Cannabis legal – der Führerschein bleibt in Gefahr

Viele gehen davon aus, dass mit der Legalisierung von Cannabis und der Anhebung des THC-Grenzwerts auf 3,5 Nanogramm im Straßenverkehr mehr Spielraum besteht. Aktuelle Gerichtsentscheidungen zeigen jedoch: Diese Annahme kann trügerisch sein.

Im Fahrerlaubnisrecht bleibt Cannabis ein sensibles Thema. Das Verwaltungsgericht Berlin (Az. 4 L 236/25) hat klargestellt, dass Fahrerlaubnisbehörden auch weiterhin eine MPU anordnen dürfen, wenn Tatsachen auf einen Cannabismissbrauch hindeuten.

Entscheidend ist dabei:
Eine einmalige Fahrt unter Cannabiseinfluss reicht für sich genommen zwar nicht immer aus. Sie kann jedoch genügen, wenn sogenannte Zusatztatsachen hinzukommen.

Welche Zusatztatsachen können zum Entzug des Führerscheins führen?

Entscheidend dafür können sein:

1.

Der Zeitpunkt des Cannabiskonsums im Verhältnis zur Fahrt

2.

Auffälligkeiten oder Unsicherheiten bei der Verkehrskontrolle

3.

ein Verhalten, das Zweifel an einer klaren Trennung von Konsum und Fahren begründet

Das Gericht betont zudem: Die fehlende Fahreignung muss zum Zeitpunkt der letzten Behördenentscheidung positiv feststehen. Genau hier setzen viele Fahrerlaubnisbehörden weiterhin strenge Kriterien an.

Fazit:

Die Legalisierung von Cannabis bedeutet keine Entwarnung für Autofahrer. Auch mit höherem THC-Grenzwert bleibt das Risiko hoch, den Führerschein zu verlieren oder sich einer aufwendigen MPU stellen zu müssen. Wer konsumiert, sollte sich der rechtlichen und psychologischen Konsequenzen bewusst sein.

 

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